Der weiße Neger Wumbaba

Hier haben wir, bitteschön, ein besonderes Buch. Was ist das Besondere? Folgendes: Jedes Buch braucht Leser. Ein Buch ohne Leser ist kein richtiges Buch; es ist wie ein Zug, der auf der Strecke liegen geblieben ist und seinen Bahnhof nie erreicht. Dieses Buch hier aber brauchte Leser schon, bevor es erschien, ja: damit es überhaupt erscheinen konnte. Nämlich: die Leser der Kolumne Das Beste aus meinem Leben im Süddeutsche Zeitung Magazin. Dort hatte ich mal eine Geschichte darüber geschrieben, wie es ist, wenn man alle gesungenen, gebeteten oder sonst irgendwie zu Gehör gebrachten Texte falsch versteht – wenn man also etwas anderes mitbekommt, als der Vortragende zu Gehör gebracht hat. Und wenn man dieses Missverständnis jahrzehntelang mit sich herum trägt. Ich dachte, ich sei der Einzige, dem es so geht. Aber das war ich nicht: In hunderten von Briefen teilten Leute mit, was sie schon alles falsch verstanden hatten. Ein Massenphänomen, dem sich erstaunlicherweise bis zu diesem Buch noch niemand literarisch-analytisch gewidmet hatte. “Über 200 Jahre nach dem Verleser Lichtenberg und gute hundert nach dem Versprecher Freud hat endlich auch der Verhörer seinen Homer gefunden in Gestalt von Axel Hacke”, schrieb die Titanic. Noch froher stimmt mich, dass nicht nur die Zahl der Zuschriften, sondern auch die Verkaufsziffern des Buches ins Unüberschaubare lappen. 650.000 Käufer in vier Jahren! Ist es wirklich wahr, dass Sie nicht dabei waren?

Leseprobe

Cover von Buchtitel Der weisse Neger Wumbaba