Dieses Buch ist großartig. Es ist ein Wunder, einmalig in seiner Art. Es ist ein Schatz voller Geschichten, Irrungen und Wirrungen, Porträts, Liebeserklärungen, Abstürzen, Anekdoten, Abenteuern, voller Kämpfe, Beleidigungen, großer Komik, tiefer Kränkungen, Vernichtungen, Überschwang, Liebe, Wahnsinn, Poesie, Schocks, Grenzerfahrungen, Panik, Selbstaufgaben, Selbsterfahrungen, Glück.

Es zeigt eine Welt, die uns normalerweise verschlossen bleibt, denn niemand von uns kann je die Entstehung einer Theateraufführung – schon gar nicht aus der Perspektive eines Beteiligten – miterleben.

Klaus Pohl aber macht es möglich. Er war 1999 für den Horatio in Peter Zadeks legendärer Inszenierung des Hamlet besetzt. Er probte monatelang mit Angela Winkler, die den Hamlet spielte, mit Ulrich Wildgruber, Otto Sander, Eva Mattes und vielen anderen in Straßburg. Er machte sich Notizen, ursprünglich im Auftrag des Stern. Kein Literaturagent, kein Verlag wollte dieses Buch. Pohl inszenierte deshalb selbst einige Lesungen in Hamburg, fand schließlich einen Produzenten für ein Hörbuch – erst darauf fand sich ein Verlag für das Buch.

Sein oder Nichtsein heißt es, und genau darum geht es.

Klaus Pohl, Sein oder Nichtsein. Galiani. 23 Euro