Kürzlich las ich im Internet einen Artikel über Forschungen, die Wissenschaftler an wild lebenden Orang-Utans (oder heißt es Orang-Utanen?) vornahmen. Ich habe vergessen, was das Ziel dieser Arbeit war, nur weiß ich noch, dass die Forscher für ihre Zwecke Orang-Utan-Urin benötigten, den sie, wenn ich mich recht entsinne, im Dschungel unter den Bäumen, auf denen die Utane saßen, mit Hilfe großer aufgespannter Plastikplanen aufzufangen suchten; bisweilen lief wohl auch ein Mitarbeiter mit einem Eimer in den Armen einem Urin strahl hinterher, eine mühevolle und irgendwie auch demütigende Tätigkeit, zumal Primaten-Pipi unter diesen Bedingungen zur Kostbarkeit wird. Man stelle sich vor, man habe am Abend nach einem Tag harten Harn-Haschens und vielleicht auch großzügiger Vergabe von Almdudler an die Affen, auch dem Einsatz von Panflöten und einem Endlosband mit WC-Spülungs-Geräuschen einen Eimer gefüllt – dann stößt ihn der Praktikant in seinem eifrigen Trotteltum aus Versehen um, und die Flüssigkeit versickert ununtersucht im Dschungelboden.

Das kolumnistische Manifest