80 JAHRE MICHAEL SOWA![]() Am kommenden Dienstag, dem 1. Juli, wird der unübertreffliche Michael Sowa 80 Jahre alt, und weil das so ist, hat das Caricatura Museum Frankfurt vorgestern, am Freitag, eine Ausstellung namens Fragile Idyllen eröffnet. Sie dauert bis zum 9. November und ist eine so repräsentative wie witzige, so melancholische wie heitere Schau des Schaffens meines Berliner Freundes, den ich seit vielen Jahrzehnten verehre und der vom Kleinen König Dezember über die Wumbaba-Trilogie bis zu Die Tage, die ich mit Gott verbrachte eine Menge meiner Bücher mit seinen Bildern illustriert hat. Ach, was, illustriert! Er hat sie auf ein neues, ungeahntes, ungeplantes Niveau gehoben. Ich bin in 35 Jahren immer glücklich darüber gewesen, bin es noch und werde es immer sein. 2013 bekam Michael den Göttinger Elch verliehen, den einzigen Satire-Preis in Deutschland. Ich hatte die Ehre, im Deutschen Theater dort in Göttingen ein Grußwort zu sprechen, in dem ich alles Gültige über unsere Zusammenarbeit gesagt habe. Deshalb kann man es hier noch einmal lesen. ![]() Verehrte Elchgemeinde, viele hier Anwesende sind des Glaubens, Michael Sowa sei in erster Linie ein Maler. Ich habe daran gewisse Zweifel. In erster Linie ist Michael nämlich ein Mann, der seine Steuererklärung machen, seinen Keller aufräumen und seinen Rasen mähen muss. Das Malen ist eine diesen bedeutungsvollen Aufgaben letztlich untergeordnete Tätigkeit. Manchmal kommt er nur in seiner Freizeit dazu. Plant man zum Beispiel ein Buch, das Michael Sowa illustrieren soll, ruft man ihn an und erzählt ihm von der Sache. Dann sagt er mit flackernder Stimme: „Haaaa, oooooh, ich muss aber noch meine Steuererklärung machen.“ Davon darf man sich nicht irritieren lassen. Das sagt er immer. Seit ich ihn kenne, arbeitet er an seiner Steuererklärung. Er arbeitet an ihr mit der gleichen Sorgfalt, mit der er seine Bilder malt, womöglich malt er sogar diese Erklärung in Acryl …? „Aber nur vier, fünf Bilder, das muss reichen“, sagt er dann. „Wird reichen“, antworten wir. Dann hört man nichts mehr von ihm. Ruft einer bei ihm an und fragt nach den Bildern, sagt er: „Ja, aber ich muss erst noch den Keller aufräumen.“ Oder er muss dringend den Rasen mähen. Und – ja, da ist sie dann wieder!: die Steuererklärung … Ruft man später erneut an, sagt er, er habe etwas gemalt, aber es habe ihm nicht gefallen, er habe es wieder übermalt. Nur die Ruhe! Das ist normal. Unter jedem Sowa-Bild liegen zehn Schichten mit anderen Sowa-Bildern. Gerade arbeiten Finanzbeamte daran, seine Steuererklärung von 2011 freizulegen, sie gefiel ihm nicht, und er übermalte sie mit der Erklärung von 2012. Aber nun wird uns ja die Zeit knapp mit dem Buch, was? Es hat Autoren gegeben, die in dieser Lage vor Verzweiflung gestorben sind. Sie hatten das Gefühl, es werde nie etwas mit den Bildern, und was habe das Leben dann noch für einen Sinn, da sei es doch besser, sich für immer hinzulegen. Es gab einmal einen, für dessen Buch hatte Sowa bereits vier Bilder gemalt, nur leider alle übereinander, und über das oberste malte er dann, glaube ich, etwas Fünftes, das mit des Autors Buch nichts zu tun hatte. Aber Ruhe, Damen und Herren! Ruhe! Ruft man Herrn Sowa jetzt an und verweist darauf, dass in den Druckereien sich bereits die Maschinen warm rotierten, alle Prospekte und Vorankündigungen seit Monaten hinaus seien, dass die Buchhändler warteten, dann wird unser lieber Freund herausächzen: „Jaaa, jaaa, ich muss das heute Nacht mal fertig malen.“ Das ist der Punkt, an dem der großen Sehnsucht des Malers nach dem perfekten Bild mit gewaltiger Energie die ebenso große Sehnsucht des Verlages nach überhaupt einem Bild gegenüber tritt. Nun bricht ein Spezialkommando des Kunstmann-Verlages nach Berlin auf, klopft vor dem Frühstück an des Malers Türe, und noch bevor der den Pinsel zücken kann, fotografiert es alle Bilder, die herumliegen. Sonst würde er sie übermalen. Er übermalt sie übrigens auch so. Aber, nur die Ruhe!, jetzt sind sie fotografiert, und man kann sie für das Buch verwenden. Immer will er an seinen Bildern noch was machen, nie gefallen sie ihm ganz. Irgendwo ist immer ein Aspekt, der nicht gelungen ist, das Licht fällt nicht richtig, ach….. Ja, Michael Sowa ist, wenn ihm seine Steuererklärungen, sein Keller und sein Rasen einmal Zeit lassen, ein Maler – aber, ich weiß nicht … Der Begriff trifft es doch auch nicht wirklich. Denn in Wahrheit ist er ein Übermaler. Eigentlich schafft er seine Werke nur zum Zweck, sie korrigieren zu können. Er malt, weil ihm dieses Malen ermöglicht, etwas zu übermalen. Man kann nur übermalen, was erst mal gemalt worden ist. Ein Bild ist bei ihm nur die erste Stufe eines nie abgeschlossenen Schaffensprozesses. (Hier sehen wir ihn übrigens in Anwesenheit der aufs Äußerste erschrockenen Kuratorin der Frankfurter Ausstellung Nele Metzig beim Versuch, ein Bild vom König Dezember – schon gerahmt! – noch einmal zu übermalen.) ![]() Vor sehr vielen Jahren hat ein Sammler ihm ein Gemälde überlassen, das eine kleine beschädigte Stelle hatte, die Michael ausbessern wollte. Aber er merkte dann bei der Arbeit, dass ihm die auf dem Bild zu sehenden Meereswellen nicht recht gefielen. Also begann er, daran zu arbeiten – und wenn das Schicksal es will, bekommt der Sammler ein anderes Werk zurück. Und in Hackes Tierleben gibt es einen Sowa, auf dem Menschen, an einem Flusse sitzend, Giraffen aus Büchern vorlesen. Dieses Ensemble erbat sich unser Mann unter einem Vorwand zurück. Er malte dann andere Menschen mit anderen Giraffen und anderen Büchern darüber, so dass das ursprüngliche Bild nur noch als Bild unter dem Bild existiert, ein seltsames Schicksal, nicht wahr? Ist ein Bild, das man nicht sehen kann, überhaupt ein Bild? Für Antje Kunstmann, unsere Verlegerin, hat er vor Jahren ein Werbe-Plakat geschaffen. Gott sei Dank hat sie das Werk ablichten lassen, nutzte es auch jahrelang für ihre Zwecke – bloß das Original liegt nun schon lange in Sowas Atelier. Es ist ein Teppich darauf zu sehen, an dem etwas verbessert werden muss, auf schwer zu beschreibende Weise ist er nicht Teppich genug, Sowa muss ihn, wie soll ich sagen, irgendwie aufteppichen. In jedem Fall kann man festhalten: Eine unausgefüllte Steuererklärung ist keine Steuererklärung, ein unaufgeräumter Keller ist kein aufgeräumter Keller, und ein ungemähter Rasen ist irgendwie kein richtiger Rasen. Ein Bild hingegen ist immer ein Bild – aber könnte es nicht ein besseres Bild sein? Täglich konfrontiert das Schicksal unseren Mann neu mit diesen furchtbaren Wahrheiten, überall sieht er sich dem Unfertigen gegenüber, dem nicht vollends Gelungenen. Am liebsten würde er noch in den Buchhandlungen, ja, bei den Lesern daheim an seinen Werken arbeiten. In den bereits gedruckten Büchern Verbesserungen anbringen. Und bisweilen muss Antje Kunstmann ihn darauf hinweisen, dass es nicht sooo sinnvoll ist, auch noch der Öffentlichkeit in Interviews darzulegen, was an diesen fertigen, ja aber nun noch zu verkaufenden Büchern alles nicht so dolle geworden sei. Ich bestaune und bewundere seinen Eigensinn und seine Sehnsucht. Ich preise den Tag, an dem ich ihn kennenlernte und wir mit der Arbeit an Der kleine König Dezember begannen: Wie schön war es, als ich den König, den ich mir ausgedacht hatte, auf seinen Bildern sah! Er war genauso, wie ich ihn mir vorgestellt hatte! Michael selbst aber sieht, so glaube ich, in seinen Bildern oft die schöne Idee, die er gehabt hat – und deren Umsetzung ihm leider nicht zur Gänze gelungen ist. Wo gibt es diesen flüchtigen Zeiten eine solche Unerbittlichkeit, was die Qualität der eigenen Arbeit angeht? Michael hat Jahrzehnte gebraucht, um mit seinem wunderbaren Kinderbuch Stinkheim am Arschberg überhaupt zu beginnen. Denn natürlich hat sein Qualitätsanspruch etwas Hemmendes, bisweilen wohl auch ihn selbst Einschüchterndes, natürlich ist er deshalb immer wieder mit Steuererklärungen, Kellern und Gärten beschäftigt, und natürlich ist er deshalb mit seiner Arbeit grundsätzlich stets im Verzug. Ein Telefonat mit ihm beginnt auf die Frage, wie es ihm gehe, immer mit dem Satz: „Ach, diese Woche ist wieder so was von furchtbar, lauter Sachen, die ich letzte Woche schon hätte abgeben müssen…“ Am Text für Stinkheim hat er noch auf dem Weg zum Verlag in München gearbeitet, im Zug schrieb er mit der Hand auf Papier, schrieb noch im Verlag weiter, dann zu Hause bei Antje Kunstmann. Und plötzlich, morgens? War alles weg. Nicht aufzufinden. Von der Putzfrau weggeworfen? Von ihm selbst entsorgt, in einem unbewussten Akt? Das ist bis heute unklar. Sowa suchte und suchte. Er landete dabei schließlich im Hinterhof des Hauses, beim Altpapiercontainer. Vor dem stapelte er einige Gehwegplatten auf, um hineinzuklettern. Als er schließlich grabend im Altpapier hockte, rollte das blaue Behältnis mit ihm selbst einige Meter bergab, und unser Mann sah sich der Gefahr ausgesetzt, selbst entsorgt, recycelt und dann als Bild-Zeitung oder Glückwunschkarte wiedergeboren zu werden. Er gab deshalb die Suche auf, schaffte es, den Rollcontainer an einer Wand entlang mit der Kraft seiner Arme zum Gehwegplattenstapel zurückzuzerren, entstieg dem Papier und schrieb alles neu. Das war im vergangenen Jahr. Gerade wird im Verlag die zweite Auflage vorbereitet. Sowa übermalt bereits die Bilder dafür. Ich gratuliere zum Elch. Vielleicht kann ich Michael eines Tages auch noch zum Preis der Finanzämter für die schönste Steuererklärung, zur Goldenen Assel der deutschen Kellerregalhersteller für das aufgeräumteste Untergeschoss und zum Großen Löwenzahn am Bande des Bundesverbandes der Grashalmfreunde beglückwünschen. Aber dieser Elch ist mir so, so, so viel lieber. Na, mit all diesen Preisen ist es nichts geworden, aber kommende Woche werde ich ihm zum 80. Geburtstag gratulieren, das ist ja sowieso viel, viel schöner. ![]() VON DEN PFLICHTEN DER FISCHE Leser B. meldet sich mit dem Bild einer Fischkonserve oder besser: mit dem Bild des Textes auf einer solchen. Man hätte erwartet, dass diese Konserve die Kriterien des Marine Stewardship Council erfüllt, aber nein: Es ist der Fisch selbst, dem hier sozusagen posthum … nein, das passt nicht, hum kommt ja von lateinisch humare, beerdigen … also postlaminar, nach der Einblechung, nachhaltiges Verhalten bescheinigt wird. Er schwamm nachhaltig im Meer herum und wurde nachhaltig gefangen. „WAS hätte ‘DIESER FISCH‘, in der Blüte seiner Zeit, zu dieser Aussage empfunden, Stolz, Glück vielleicht?!?“, fragt B. Wir werden es nie erfahren, und wie schade ist das denn?! ![]() KINDERLAND, DIE WAHRHEIT Eine letzte Notiz noch zum Thema Straßen- und Ortsnamen in Deutschland. Im Bürobrief vom Mai hatten wir ja noch ein paar Straßennamen, zu denen auch Im Kinderland in Berlin-Zehlendorf gehörte. Dazu merkten mehrere Leserinnen und Leser an, dies sei weit weniger lustig, als es zunächst scheine. Die Straße liege nämlich in einer Siedlung, die während der Nazi-Zeit für SS-Leute erbaut wurde. Fast alle Straßennamen wurden nach dem Krieg geändert, nur Im Kinderland eben nicht, auch Himmelsteig ist wohl geblieben, alle gingen aber aus einem Preisausschreiben der SS-Zeitschrift Das Schwarze Korps hervor. Nach dem Krieg brachten die Alliierten hier Verfolgte des Nazi-Regimes unter, ausgerechnet. Heute ist die idyllische, naturnahe Siedlung unter ihren Bewohnern, die in der Regel erst sehr viel später von der Geschichte ihrer Siedlung erfuhren, äußerst beliebt. Und mittlerweile erinnert auch eine Tafel am Eingang an die Geschichte des Ortes. Wer mehr wissen will: Im vergangenen Jahr erschien eine Reportage in der Frankfurter Allgemeinen unter dem Titel Schöner Wohnen an Himmlers Himmelsteig, man muss zur Lektüre aber ein Abonnement haben. Auch die New York Times berichtete im Mai dieses Jahres, ‘Are the Bricks Evil?’ In a Village Built for Nazis, Darkness Lingers über den Ort, der heute Waldsiedlung Krumme Lanke heißt, ein sehr interessantes Stück über deutsche Geschichte. ![]() Im übrigen reißt die Kette der hochinteressanten Orts- und Straßennamen nicht ab. Auf dem Kuchenacker in Grevenbroich gehört zu meinen Favoriten. Verlorenort an der Oberhavel ist interessant, auch die Hirnbrecherstiege in Wien, Am Busenberg in Darmstadt, das Gäßchen ohne End in Regensburg, die Ortschaft Morkepütz in Nordrhein-Westfalen, das Dörfchen Hühnergeschrei in Oberösterreich. Leserin D. wies mich auf die Adresse Hinter dem Heiligen Geist in Lemgo hin und schickte gleich einen Link mit. Den sah ich mir an und entdeckte, dass dort auch Bianca und Freundinnen ihrem Gewerbe nachgehen, was in der Tat besser hinter als vor dem Heiligen Geist geschehen sollte, wie ich D. schrieb. Die hatte das noch gar nicht bemerkt und antwortete: „Hätte nicht gedacht, dass es sowas im beschaulich-spröden Lemgo überhaupt gibt.“ Was mich wiederum an die Straße Seidenes Strümpfchen in Kassel erinnert, die, wie ich der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen entnehme, „ihren Namen von Prostituierten erhielt, die hier mit seidenen Strümpfen im Fenster ein freies Bett signalisierten“. ![]() Und nun ist aber Schluss mit dem Thema, oder? Wobei: Wir wollten ja ursprünglich eine Art Deutschland-Körper anhand von Straßennamen wie Schulterblatt, Knie und Am Halsbrech illustrieren. Und da es in meinem nächsten Buch um Gefühle gehen wird, können wir im Grunde damit gleich weitermachen. Leserin G. schrieb schon mal: „Diesen Weg gibt es in Dattenberg auf dem Rheinsteig, nahe Linz am Rhein. Ich bin ihn gegangen, es ist nichts passiert!“ Der Angstweg. Könnte ja auch Angst weg! heißen. ![]() IST DAS NEUE BUCH NUN FERTIG? ![]() Noch nicht ganz. Eine Rohfassung bekam mein Freund und Agent (irrer Berufsname, was?) Marcel Hartges zu lesen, und man sieht, dass er gleich auf dem Deckblatt einen Fehler markierte, herrje, was habe ich mich geärgert! Als er die letzte Seite gelesen hatte, war er aber ganz begeistert, „sehr schön“ heißt das bei ihm, was bei anderen Leuten ein fünfminütiger Freudentanz wäre. Was wiederum mich sehr freute. Jetzt war erst einmal Gaby Fuhrmann, die Schlussredakteurin, mit der Sache befasst und durchkämmte das Manuskript nach sachlichen Fehlern, falschen Jahreszahlen, unkorrekten Zitaten. Das wäre nun auch erledigt, und vor ein paar Tagen habe ich alles meiner Verlegerin Sabine Cramer geschickt, der Lektorin. Nun harre ich ihres Urteils und im nächsten Brief kann ich vielleicht ein bisschen was über den Inhalt erzählen. Vorher ziehe ich mich aber auf eine italienische Insel zurück. Erscheinungstermin ist der 1. Oktober. Bei der Gelegenheit fällt mir gerade auf, dass die Wörter Agent, Marcel, Hartges, Cramer, Axel und Hacke zwar mit allen möglichen Konsonanten, aber stets nur mit den beiden Vokalen a und e und das auch noch in derselben Reihenfolge gebildet werden. Ich meine: Das ist doch kein Zufall! WAS IST EINE BARKASSE? ![]() Im letzten Brief ging es um das Wort Barkasse, das Verschiedenes bedeuten kann, je nach Betonung: BARkasse ist die Kasse, an der nur BAR bezahlt werden kann, BarKASSE ein kleines Verkehrsschiff zum Beispiel im Hamburger Hafen. Was ich nicht bedacht hatte, woran mich aber Leserinnen und Leser erinnerten: Barkasse könnte auch der Plural von Barkas sein, ein Wort, das fast nur in Deutschlands Osten aufgewachsenen Menschen etwas sagt. Leser P. schrieb: „Dem DDR-sozialisierten Fünftel fallen dabei mehrere (im Sinne von Plural) Kleintransporter ein. Die waren damals omnipräsent, z. B. auch als Retter in der Not in Form der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH). Noch heute sagt manche/r: ‚Ruf schnell die SMH!‘ Interessant ist hier aber die Entlehnung des Markennamens dieses – ebenfalls – Transportmittels: Barkas heißt offenbar Blitz.“ Im Verlauf unserer Korrespondenz teilte er weiter mit: „Der Name kommt aus dem Punischen. Hannibals Vater hieß so. Wortwörtlich heißt Barkas wohl ‚Bruder Melkarts‘. Der wiederum war der Gott der Schifffahrt und Kolonisation. Weiß ich von Wikipedia. Der ostdeutsche Barkas hatte die Typenbezeichnung B 1000. Als ich noch nicht lesen konnte, dachte ich, Betausend sei ein Synonym für die Gattung Kleintransporter. Dieses Phänomen der Deutung von zunächst unverständlichen gehörten Wörtern heißt bei uns übrigens Wumbaba.“ Frau C. schrieb übrigens noch etwas, das auch glatt in meine Wumbaba-Trilogie passen würde, wäre die nicht längst abgeschlossen. Die Ausführungen zum Begriff BARKASSE „erinnerten mich an eine Klassenfahrt (1962) mit Ausflug nach Hamburg. Abends mussten wir immer Tagebuch schreiben und mein lieber Klassenkamerad Konstantin schrieb: ‚In Hamburg machten wir eine Hafenrundfahrt in einer Kasserolle.‘ Darüber lachen wir noch heute.“ Und wir nun auch. DIE LESUNGEN ![]() So, bitte schön, das sind nun alle Termine für den kommenden Herbst und Winter, beides kann aber gerne noch etwas auf sich warten lassen. Nein, halt, es sind doch nicht alle, am 16. Januar gibt es noch einen Termin im Stadttheater Fürth, aber dort hat der Vorverkauf noch nicht begonnen. Und am 21. Dezember unterhält sich auf der Bühne der Distel in Berlin Gregor Gysi mit mir, da sind noch ein paar Karten vorhanden. 2025 01.11. Erfurt, Theater 02.11. Stuttgart, Theaterhaus 03.11. Bochum, Schauspielhaus 04.11. Oldenburg, Kulturetage 15.11. Gröbenzell, Stockwerk 16.11. Bielefeld, Stadttheater 21.11. Halle, Franckesche Stiftungen (in der Reihe Persönlichkeiten im Gespräch) 22.11. Leipzig, Kupfersaal 23.11. Dresden, Schauspielhaus 07.12. Berlin, Schlosspark Theater 08.12. Berlin, Schlosspark Theater 28.12. München, Volkstheater 29.12. Regensburg, Theater am Bismarckplatz 2026 03.01. München, Leo17 05.01. Köln, Gloria 06.01. Köln, Gloria 07.01. Düsseldorf, Schauspielhaus 08.01. Darmstadt, Staatstheater 03.02. Mainz, Frankfurter Hof 04.02. Hamburg, Schauspielhaus 05.02. Hannover, Pavillon 26.02. Bayreuth, Zentrum Noch mehr und detaillierte Informationen auf meiner Internetseite. MEIN BUCH DES MONATS JUNI ![]() Das hier ist nun wirklich ein monumentales Werk, es beinhaltet das Gesamtwerk Michael Sowas, vom Suppenschwein bis zum Titelbild für den New Yorker, von den Figuren für den Film Die fabelhafte Welt der Amélie bis zu Bildern für Bücher von Elke Heidenreich, Gerhard Polt und auch mir, von politischen Plakaten bis zu den zauberhaft-absurden Idyllen, die zu seinen schönsten Gemälden gehören. Seit seiner Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover 1992 und dem dazu gehörigen Buch Bilder aus zwei Jahrhunderten hat es so etwas nicht mehr gegeben. Ich könnte stundenlang darin blättern, das Buch liegt bei mir immer griffbereit. Und obwohl praktisch alles von Sowa hier zu finden ist (er hat monatelang gesucht, um es zusammenzubringen), gibt es ein kleines Bild, das nicht dabei ist. Es steht auf meinem Schreibtisch, Michael hat es vor langer Zeit für mich gemalt, als ich eine Weile recht krank war – und es tröstet mich heute so, wie es mich damals freute. Oder umgekehrt? Man muss nur, um es besser zu verstehen, wissen, dass Eule auf Polnisch Sowa heißt. Michael Sowa, Fragile Idyllen. Mit einem Vorwort von Andreas Platthaus.Kunstmann, 80 Euro. ![]() WAS SONST NOCH ZU SAGEN WÄRE Für die Korrektur des Textes danke ich herzlich Ruth Keen. Max Lautenschlägers Fotos von Michael Sowa und mir stellte der Verlag Antje Kunstmann dankenswerterweise zur Verfügung, für weitere Bilder danke ich Nele Metzig. Und großen Dank, wie immer, an Michael Ruhe für das Aufsetzen und Vorbereiten aller für den Versand des Briefs aus dem Büro notwendigen Dinge. Ihn findet man unter www.ruhe-bitte.com |












